Barrierefreies Webdesign

Was sind Barrieren im Webdesign?

Viele existierende Webseiten sind für die Anzeige mit typischen PC-Bildschirmen konzipiert. Um die volle Kontrolle über das Erscheinungsbild einer Seite zu haben, nutzen klassisch orientierte Webdesigner feste Schriftgrößen und erstellen ein feststehnedes Layout.

Für den Betrachter vor einem Standard-PC-Bildschirm ergeben sich so perfekte Ergebnisse, doch sobald alternative Ausgabegeräte genutzt werden, zeigen sich folgende Probleme:

  • Bildschirmlesegräte (Screenreader) für blinde und sehbehinderte Menschen können nicht zwischen Inhalt und Layout-Information einer Seite unterscheiden und lesen beides vor. Das Ergebnis ist oft kaum verständlich.
  • Suchmaschinen geht es ähnlich: Auch sie finden in den untersuchten Seiten einen geringeren Anteil relevanter Schlüsselwörter, woraus eine schlechtere Platzierung resultiert.
  • Für die kleinen Bildschirme von mobilen Ausgabegeräten (Smartphones) sind klassisch erstellte Internetseiten häufig schwer zu bedienen.
  • Auch bei der Verwendung besonders großer Monitore werden Webseiten mit starrem Layout oft als unangenehm klein und schlecht lesbar empfunden.

Was ist barrierefreies Webdesign?

Barrierefreies Webdesign bezeichnet Internet-Angebote, die von allen Nutzern unabhängig von körperlichen und/oder technischen Einschränkungen genutzt werden können. Dies schließt Menschen mit Behinderung oder altersbedingten Einschränkungen (z. B. Sehschwächen), Benutzer mit veralteten Browsern oder langsamem Internetzugriff aber auch sog. Webcrawler, mit denen Suchmaschinen den Inhalt von Seiten erfassen, ein.

Internet-Angebote des Bundes müssen gemäß der Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) seit 2004 barrierefrei sein. Die meisten Bundesländer haben die Vorschrift in den letzten Jahren für sich übernommen. Auch viele Unternehmen profitieren mittlerweile von der Zugänglichkeit ihrer Internet-Angebote für bestimmte Kundengruppen oder bekunden die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.

Vorteile von barrierefreiem Webdesign

Der Schlüssel für barrierefreies Webdesign liegt in der strikten Trennung von Inhalt und Gestaltungsinformation. Die Inhalte werden mit Hilfe einer Auszeichnungssprache in strukturierter Form festgelegt. Die Gestaltung erfolgt an zentraler Stelle mit Hilfe von Cascading Style Sheets (CSS).

Zugängliche Internetseiten unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht von klassischen. Es gibt keinerlei gestalterische Einschränkung. Aus der angewendeten CSS-Technik resultieren aber beachtliche Vorteile.

Vorteil 1 - Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderungen profitieren am direktesten von barrierefreien Internetangeboten:

  • Screenreader sind einsetzbar.
  • Menschen mit Sehschwierigkeiten (viele ältere Menschen) können die Bildschirmauflösung und Schriftgröße an ihre Bedürfnisse anpassen.
  • Menschen, die Schwierigkeiten haben ein Maus zu benutzen, können alternative Methoden zur PC-Steuerung verwenden.

Vorteil 2 - Zugänglichkeit für Suchmaschinen

Die Inhalte barrierefreier Webseiten sind für Suchroboter optimal verfügbar.

Vorteil 3 - Verwendung unterschiedlich großer Bildschirme

Durch die flexible Größengestaltung ist ein homogenes Erscheinungsbild und eine gute Lesbarkeit sowohl auf kleinen Bildschirmen (Smartphones) als auch auf Großmonitoren gewährleistet.

Vorteil 4 - Zugänglichkeit für Surfer mit langsamen Modemverbindungen

Viele Internet-Nutzer sind nach wie vor auf langsame Modemverbindungen angewiesen. Wenn aus Geschwindigkeitsgründen Grafiken und multimediale Inhalte abgeschaltet werden, gehen bei barrierefreiem Design keine wesentlichen Informationen verloren.

Vorteil 5 - Pflege der Website

Durch konsequente Trennung von Inhalten und Design sind Internet-Angebote erheblich einfacher zu pflegen als klassische Websites. Die Gestaltung kann an zentraler Stelle, ohne Berücksichtigung der Inhalte, geändert werden. Es ergibt sich immer ein homogenes Erscheinungsbild Ihres Internet-Angebots.

Veränderte oder zugefügte Inhalte werden automatisch im vorgegebenen Design dargestellt.

Vorteil 6 – Verwendung mit Content Management Systemen

Mit den Techniken für Zugänglichkeit gestaltete Seiten sind bestens für die Zusammenarbeit mit Content Management Systemen (CMS) geeignet.

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